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Vom 3.-5. Februar 2014 hat die Österreichische Pro-Provinz erstmals alle 3 Zweige der SDS- Familie zu Salvatorianischen Besinnungstagen in ein Exerzitienhaus der Barmherzigen Schwestern in der Nähe von Wien eingeladen. Es war eine große Freude, dass 20 Mitbrüder, 10 Schwestern und 4 Laien gekommen sind, darunter auch jeweils einer aus Deutschland, Belgien und Spanien. P. Peter van Meijl hat die 3 intensiven geistlichen Tage unter dem Thema : “Beten, Bibel und Vertrauen bei Pater Jordan” gestaltet.

Um über das Thema des ersten Vortrages Das Beten bei Pater Jordan zu berichten, hat Pater Peter die Form eines fiktiven Fernsehinterviews gewählt. Ein Fernsehteam filmt in diesem Zusammenhang das Privatzimmer von Pater Jordan in Rom anfangs des 20. Jahrhunderts. Dieses strahlt große Einfachheit und Schlichtheit aus, ein Zustand, der für uns heute kaum mehr vorstellbar ist. Wenn Pater Jordan dann über sein Leben und über sein Beten zu erzählen beginnt, ist er ganz Feuer und Flamme. Der Funke springt sofort über und der Zuhörer kann sich mit ihm identifizieren. Dieses Zimmer Jordans im ersten Stock des Mutterhauses, im Winter ein Kühlschrank und im Sommer ein Backofen, macht einen Menschen sichtbar, der offen und ehrlich über sich erzählt: wie nämlich seine Kindheits-und Jugenderfahrungen sein Beten wesentlich mitgeprägt haben; wie gute Menschen, wie beispielsweise der Junggeselle und Laie Valentin Maier, ihm wohltuende Bücher zum Lesen und Meditieren besorgt haben; wie zwei Seelsorger seinen Berufsweg geistig und finanziell unterstützt haben und wie der Primizprediger Pfyffer sich 1918 noch an seine Primiz mit Hochachtung erinnert: “Man bekam so das Gefühl, aus diesem Primizianten wird eine bedeutende Persönlichkeit werden“. Das Beten war nicht immer einfach für ihn, aber der Gründer hat es nicht unterlassen, stets regelmäßig und viel zu Beten: beim Militär, bei ausländischen Reisen und Begegnungen und an berühmten Wallfahrtsorten wie Einsiedeln in der Schweiz. So wurde er schließlich zu einem Mann des Gebetes.

In diesem langen Interview offenbarte Pater Jordan den Zuschauern und Zuhörern auch, wie man im Stress, während Depression und Krankheit beten kann. Dass gerade er im Jahre 1906, dem Jahr der schrecklichen Presseangriffe, in sein Tagebuch schrieb „Das Gebet ist die größte Macht der Welt“, ist sowohl Erfahrung als auch Lehre. Auch ein zweites Interview mit Pater Jordan war ursprünglich vorgesehen. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieg im Jahr 1914 hat dieses jedoch verhindert. Es wurde nachträglich bekannt, dass Pater Jordan in seinen letzten Lebenstagen noch einfacher, noch persönlicher und echter geworden ist. Er hat nicht nur gepredigt,  Das Gebet ist die größte Macht der Welt, sondern er hat es selber auch erfahren dürfen, bis an sein Lebensende.

Am zweiten Tag der Exerzitien wurde gezeigt, dass Pater Jordan von Jugend an außerordentlich viele Sprachen gelernt und sich sogar in den orientalischen Sprachen spezialisiert hat. Letztendlich war aber keine Sprache für ihn so geeignet wie jene der Bibel, um sich zu artikulieren und sein Gründungscharisma auszudrücken. Gerade eine Power Point- Präsentation hat die einmalige Möglichkeit geboten, Pater Jordans Weg zur Heiligen Schrift und seine Einstellung dazu visuell vor Augen zu führen. So wurden Texte aus dem biblischen Hintergrund in den Vordergrund gerückt und zum Leuchten gebracht. Als Beispiel wurden die erste Seite des Geistichen Tagebuches und das Geistliche Testament von 1885, jeweils im Original und in der Übersetzung als biblisches Bouquet analysiert. Fazit: Pater Jordan war nicht nur ein Mann des Gebetes, sondern auch ein Mann der Bibel.

Der dritte Tag schließlich griff das Ergebnis des ersten Tages wieder auf. Als Einführung in das Thema Pater Jordan und das Vertrauen wurde das lebendige Zeugnis der Salvatorianerin Sr. Ludovica Gilkens und des Salvatorianerpaters Hieronymus Benz vorgelesen: „Schwester, sehen Sie dort den Petersdom?“.-  „Ja, Ehrwürdiger Vater!“. -  „So fest müssen Sie stehen in unserer Kongregation“. Und zu Pater Benz sagte Pater Jordan, der am offenen Fenster im Fribourger Stalden stand: „O Frater, wenn ich nur Männer hätte wie diese Berge!“ Die Eigenschaft, die Pater Jordan in seinem Leben am tiefsten getragen hat, war das Vertrauen. In den 269 Gebeten im Geistlichen Tagebuch kommt das Gebet In te Domine speravi, non confundar in aeternum (In Dich, O Herr, habe ich mein Vertrauen gelegt, lass mich nicht in Verwirrung zurück) 32 Mal vor. Auf einem Hand Out konnten wir in Spannung mitverfolgen, wie es in einer sehr schwierigen Zeit (etwa 1898-1908) im Innern des Gründers brodelte und wie gerade dieses Gebet In te Domine speravi bei ihm „an die Oberfläche kam“. Neben einem Mann des Gebetes und einem Mann der Bibel, kam an diesem Tag nun ein Mann des Vertrauens zum Vorschein.

Der österreichische Komponist Anton Bruckner, ein Zeitgenosse von Pater Jordan, komponierte 1884 sein berühmtes Te Deum. Dazu sagte er: „Wenn mich der liebe Gott einst zu sich ruft und fragt: „Wo hast Du die Talente eingesetzt, die ich Dir gegeben habe?“ Dann halte ich ihm die Notenrolle mit meinem Te Deum hin, und er wird mir ein gnädiger Richter sein“. Als Schluss und Höhepunkt der salvatorianischen Besinnungstage ertönte im Vortragssaal die Audio-CD In te Domine speravi, non confundar in aeternum. Das letzte Wort hatte die darauffolgende Stille.

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Franciscus Jordan

S

olange Gott nicht überall verherrlicht wird, darfst du keinen Augenblick ruhen.

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